• LS03 Inhalte eines Ausbildungsvertrages erklären

    • Moodi an der Tafel

      Der Ausbildungsvertrag

      = schriftlicher Vertrag zwischen dem Ausbildenden (Ausbildungsbetrieb) und der/dem Auszubildenden (Azubi)

      Zweck: Rechtssicherheit
      -      Rechte und Pflichten werden fixiert (festgehalten)
      -      dient dem Nachweis für die zuständige Stelle
      -      Ausbildungsrahmen wird festgelegt (z. B. Beginn und Dauer der Ausbildung, Probezeit, Ausbildungsvergütung)

      Probezeit: Schutz für Azubi und für Ausbildungsbetrieb
      -      Dauer: mindestens 1 Monat, höchstens 4 Monate
      -      Zweck:
         o   für Azubi: Test, ob Berufswahl und Ausbildungsbetrieb passen
         o   für Ausbildungsbetrieb: Test, ob Azubi geeignet ist

       

      Ausbildungsvergütung: Schutz für Azubi
      -        gesetzliche Untergrenze: Mindestvergütung (wird immer zum 1. Januar angepasst)
      -        muss mit jedem Ausbildungsjahr steigen (1. Ausbildungsjahr + 10 %, + 35 %, + 40 %)

      Der Ausbildungsvertrag ist die rechtliche Basis eines dualen Ausbildungsverhältnisses. Er schützt beide Seiten.

    • Freund: „Und, wie läuft’s in der Ausbildung? Alles klar bei Dir?“

      Sie: „In der Ausbildung läuft es gut. Aber privat habe ich gerade Stress: Meine Miete wird bald erhöht. Ich weiß echt nicht, ob meine Kohle dann noch reicht.“

      Freund: „Oh je, das ist mies. Ich verdiene in meiner Ausbildung zum Glück ganz gut. Und bei mir steigt die Vergütung sogar jedes Jahr automatisch an. “

      Sie: „Ich glaube, das ist bei mir auch so. Aber ich weiß gerade nicht genau, um wie viel.“

      Freund: „Bist du sicher? Die Verträge sind doch total unterschiedlich. Meine Probezeit ist zum Beispiel viel kürzer als deine. Und meine Ausbildung dauert auch länger.“

      Sie: „Echt jetzt? Kann das sein? Wir machen doch beide eine duale Ausbildung, da muss das doch einheitlich sein, oder? In unseren Ausbildungsverträgen muss doch das Gleiche drinstehen – welchen Zweck hätte sonst ein Ausbildungsvertrag?“

    • Situation

    • Sie sind Auszubildende zur Köchin bzw. Auszubildender zum Koch im 1. Ausbildungsjahr. Ihr Freund hat zur gleichen Zeit eine Ausbildung in einem anderen Berufsfeld begonnen.

      Sie unterhalten sich über Ihre jeweiligen Ausbildungen. Ihr Freund erzählt stolz, dass er in seinem Beruf bereits während der Ausbildung eine verhältnismäßig (vergleichsweise, relativ) hohe Vergütung erhält. Da Sie vor Kurzem erfahren haben, dass die Miete für Ihr WG-Zimmer bald erhöht wird, beginnen Sie zu rechnen. Sie wissen, dass Sie im 2. Ausbildungsjahr mehr Geld bekommen – aber Sie wissen nicht, wie viel genau.

      Es entsteht eine Diskussion: Ihr Freund behauptet, dass seine Probezeit kürzer sei als Ihre und dass seine Ausbildung insgesamt länger dauere. Ihnen wird bewusst, dass Sie bei den Details (Einzelheiten) Ihres eigenen Ausbildungsvertrages nicht sicher sind.

      Um Klarheit zu gewinnen und Ihre Finanzen besser einschätzen zu können, informieren Sie sich über die Inhalte Ihres Ausbildungsvertrages.

    • Aufträge

    • 1.      Prüfen Sie, ob Ihr Ausbildungsvertrag in folgenden Punkten den rechtlichen Vorschriften (Text 1 oder Text 2) entspricht:

      a)    Beginn und Dauer der Ausbildung

      b)    Dauer der Probezeit

      c)  Ausbildungsvergütung

    • Sie haben zwei unterschiedlich dargestellte Texte (Der Berufsausbildungsvertrag) zur Auswahl. Entscheiden Sie sich für einen Text.

    • Sollten Sie Unterstützung beim Prüfen des Ausbildungsvertrages benötigen, nutzen Sie die Hilfekarten.

    • 2. Fassen Sie das Ergebnis Ihrer Prüfung in einer E-Mail an Frau Heidelmann zusammen.   

      Bestätigen Sie entweder die Korrektheit des Ausbildungsvertrages oder bitten Sie – falls nötig – um Anpassung Ihres Ausbildungsvertrages.

    • Bitte entscheiden Sie sich für eine Variante.

    • Bitte laden Sie Ihre Ergebnisse in Ihren Ordner für Arbeitsergebnisse hoch.

    • Sollten Sie Unterstützung bei dem Verfassen der E-Mail benötigen, nutzen Sie die Hilfen.

    • Sollten Sie umfangreichere Hilfe benötigen, nutzen Sie die vorstrukturierte E-Mail an Frau Heidelmann.

    • Zusatzauftrag für Schnelle 1: Werktage vs. Arbeitstage

      a) Erklären Sie, warum im Abschnitt G des Ausbildungsvertrages bei den Arbeitstagen eine geringere Anzahl an Urlaubstagen steht als bei den Werktagen.

      b) Prüfen Sie, ob die in der Tabelle eingetragenen Urlaubstage (Abschnitt G) den rechtlichen Vorschriften entsprechen.



    • Zusatzauftrag für Schnelle 2: Formelle E-Mail vs. Chat-Nachricht an Freundinnen und Freunde

      a)   Vergleichen Sie anhand von 3 Aspekten (Gesichtspunkten) den Aufbau und den Stil einer E-Mail an den Ausbildungsbetrieb mit einer Chat-Nachricht an Freundinnen und Freunde.

      b) Optimieren Sie bei Bedarf Ihre E-Mail an Frau Heidelmann.

    • Vertiefung

    • Vertiefung in Einzelarbeit

    • Vertiefung in Partnerarbeit

      1. Öffnen Sie die H5P-Übung und sortieren Sie die Begriffe.

      2. Setzen Sie sich im 2er-Team zusammen:
        • Erklären Sie sich die Begriffe gegenseitig.

        • Schlagen Sie unklare Begriffe in Ihren Unterlagen nach oder lassen Sie sich die Begriffe von einem anderen Team erklären.
    • Wortliste

    • Wortliste LS03
      Moodi mit Zettel

      Wort

      Erklärung

      umgangssprachlich

      Die Ausdrucksweise, die im alltäglichen
      Gespräch mit Freunden, der Familie oder Kolleginnen und Kollegen verwendet wird.

      (der) Ausbildende

      Der Ausbildende ist der rechtliche Partner der Auszubildenden. Es ist der Ausbildungsbetrieb, der den Berufsausbildungsvertrag unterschreibt und die Verantwortung für die Ausbildung trägt.

      Ausbildender = Unternehmen (Vertragspartner)

      (die) Ausbilderin,

      (der) Ausbilder

      Die Ausbilderin bzw. der Ausbilder ist die Person im Ausbildungsbetrieb, die
      tatsächlich für die Vermittlung der Fertigkeiten und Kenntnisse zuständig ist. Sie muss fachlich und persönlich geeignet sein und betreut die Auszubildenden.

      Ausbilder/in = Person (Ansprechpartner/in)

      (der) Tarifvertrag

      Eine Vereinbarung über Löhne/Gehälter und Arbeitsbedingungen. Sie gelten nicht nur für den Ausbildungsbetrieb, sondern für viele Unternehmen.

    • Icon Glossar

      Ergänzen Sie das Glossar mit Worten, die Ihnen unbekannt sind. 

    • Reflexion




    • Übungen

    • Übung 1
    • Ordnen Sie die Satzanfänge den passenden Endungen zu (Interaktive Übung: Inhalte Ausbildungsvertrag).

    • Übung 2
    • Situation

      Ihre Freundin hat mitbekommen, dass Sie sich erst kürzlich intensiv (ausführlich) mit dem Thema Ausbildungsvertrag beschäftigt haben. Sie hat gestern ihren Ausbildungsvertrag erhalten und kommt mit einigen Vertragsinhalten nicht zurecht.

    • Erklären Sie Ihrer Freundin die markierten Vertragsinhalte.

    • Übung 3
    • Prüfen Sie die Inhalte der nachfolgenden Ausbildungsverträge.

    • Übung 4
    • Situation

      Ihr Ausbildungsleitung stellt fest, dass neue Auszubildende häufig Fragen zu Ihrem Ausbildungsvertrag haben. Im Rahmen der Einführungswoche soll das Thema Ausbildungsvertrag deshalb in Form eines Rollenspiels besprochen werden (Rollenspielkarte Auszubildende/r und Ausbilder/in).