Hintergrundinformationen Arbeitgebervertreter/in

Sie sind Geschäftsführer/in von RetailPlus, einer großen Supermarkt-Kette mit 5.000 Beschäftigten in Deutschland. Ihr Unternehmen betreibt über 200 Filialen und ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Branche. Sie schätzen die gute Arbeitsleistung Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bieten neben einer betrieblichen Altersvorsorge auch zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten an. Bereits dreimal wurde RetailPlus als TOP ARBEITGEBER ausgezeichnet.

Die Entlohnung der Beschäftigten erfolgt nach dem Tarifvertrag des Einzelhandels, was Ihnen zufolge für die Belegschaft vorteilhaft ist. Ihr Unternehmen schreibt zwar schwarze Zahlen, doch die hohen Betriebskosten stellen eine große Herausforderung dar. Insbesondere steigende Mieten, Energiekosten und der zunehmende Konkurrenzdruck durch den Online-Handel zwingen Sie dazu, möglichst wirtschaftlich zu arbeiten.

Die gute finanzielle Lage von RetailPlus konnte auch dadurch erreicht werden, dass die letzte Lohnerhöhung vor drei Jahren moderat ausfiel. Zudem liegt die aktuelle Inflationsrate unter einem Prozent, sodass eine Lohn-/Gehaltserhöhung von unter zwei Prozent bereits eine spürbare Verbesserung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darstellen würde.

Hintergrundinformationen Gewerkschaftsvertreter/in

Sie arbeiten seit über 10 Jahren als Fachkraft im Einzelhandel bei RetailPlus, einer großen Supermarkt-Kette mit Filialen in ganz Deutschland. Der Einzelhandel boomt, besonders durch Online-Shopping und die gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln und Haushaltswaren. 

 

Auch Ihr Unternehmen kann seit Jahren gute Umsätze vorweisen. Im letzten Geschäftsbericht wurde ein Gewinnplus (Gewinnsteigerung) von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausgewiesen. Das gute Unternehmensergebnis freut Sie, schließlich sichert es Arbeitsplätze. Doch Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen profitieren kaum davon. Ihre letzte Gehaltserhöhung liegt bereits drei Jahre zurück, und die damals gewährten 2,1 Prozent reichten nicht aus, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen. Real (in der Wirklichkeit, tatsächlich) haben Sie weniger Geld zur Verfügung. Außerdem setzen Sie sich für die Azubis im Einzelhandel ein: Die Ausbildungsvergütung ist zu niedrig, besonders angesichts steigender Mieten und Lebenshaltungskosten. Sie fordern eine Anhebung um mindestens 40 € pro Monat sowie eine Einmalzahlung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, damit alle Beschäftigten von der positiven Unternehmensentwicklung profitieren.

 

Um Ihre Rechte besser durchzusetzen, sind Sie wie viele Ihrer Kolleginnen und Kollegen Mitglied der Gewerkschaft. In einer Umfrage haben die Gewerkschaftsmitglieder ihre Streikbereitschaft signalisiert, um eine Lohnerhöhung von 5 % sowie eine Einmalzahlung von 800 € pro Mitarbeiter/in durchzusetzen. Da lange nicht gestreikt wurde, sind in der Streikkasse genügend Rücklagen (Geld, das zurückgelegt wird) vorhanden, um einen Arbeitskampf zu finanzieren.

 
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