• LS11 Soziale Marktwirtschaft beschreiben

    • Sie:

      „Hey! Was treibt euch auf die Berufsinformationsmesse?“

      Carla:

      „Ich träume davon, einen Kiosk zu eröffnen, um Snacks zu verkaufen – ich möchte schauen, welche Ausbildung dafür eine gute Grundlage bietet. Ich komme aus Venezuela und dort ist es fast unmöglich ein Unternehmen zu gründen. Die Regierung bestimmt, was verkauft werden kann, und oft gibt es einfach nicht genug Produkte.“

      Sam:

      „Das klingt wirklich schwierig! Bei mir in den USA könnte ich einfach einen Kiosk eröffnen, ohne viele Hürden. Ich könnte mein eigenes Konzept entwickeln und sogar kreativ sein, was die Produkte angeht.“

      Jonas:

      „Ich könnte mir auch vorstellen einen Kiosk zu eröffnen. In Deutschland haben wir auch viele Freiheiten. Grundsätzlich ist es jedem erlaubt, ein Unternehmen zu gründen und Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Dahinter steckt die Idee eines fairen und freien Wettbewerbs. Jeder soll frei am Markt handeln können, d. h. jeder soll kaufen können, was er möchte. Aber auch jeder Unternehmer soll verkaufen können, was er möchte. Das nennt sich Wettbewerbsfreiheit.

      Der Staat ermutigt uns sogar durch Förderprogramme dazu, Unternehmen zu gründen und den Wettbewerb zu beleben. Gleichzeitig sorgt er als fairer Schiedsrichter mit klaren Regeln und notwendigen Genehmigungen dafür, dass der Wettbewerb nicht aus dem Ruder läuft.“

      Carla:

      „Das klingt nach einer Menge Freiheit! In meinem Land fühle ich mich oft eingeschränkt. Ich wünsche mir, dass ich die gleichen Möglichkeiten hätte wie ihr.“

      Sie:

      „Das möchte ich noch genauer wissen, aber ich habe jetzt leider keine Zeit mehr. Können wir unser Gespräch in einer Stunde fortsetzen? Kommt ihr wieder hier am Stand vorbei?“

    • Soziale Marktwirtschaft 

      = Wirtschaftsordnung in Deutschland

      Grundgedanke: „So viel Freiheit wie möglich, so viel staatliche Kontrolle wie nötig.“ 

      „Marktwirtschaft“: steht für Freiheit, Wettbewerb und Fortschritt 

      „Sozial“: steht für Sicherheit und Schutz der Schwächeren

      Ordnungsmerkmal

      Regelung (Freiheit)

      Einschränkung
      (staatlicher Eingriff)

      Privateigentum

      Unternehmen und Privatpersonen dürfen Maschinen, Gebäude und Grundstücke besitzen.

      Eigentum verpflichtet: Es darf
      anderen nicht schaden; Enteignung bei öffentlichem Interesse (z. B. Straßenbau) gegen
      Entschädigung möglich.

      Wettbewerbsfreiheit

      Jeder darf ein Unternehmen
      gründen und Produkte/Dienstleistungen frei anbieten.

      fairer Wettbewerb, z. B. verhindert das Bundeskartellamt Preisabsprachen und Monopole

      Konsumfreiheit

      Jeder darf kaufen, was er möchte.

      Schutz der Allgemeinheit/
      Einzelner: z. B. Verkaufseinschränkungen bei Waffen,
      Zigaretten (ab 18) oder Medikamenten (Apothekenpflicht)

      freie Berufs- und Arbeitsplatzwahl

      Jeder darf seinen Beruf und
      Ausbildungsplatz frei wählen.

      Qualifikationshürden: Für
      bestimmte Berufe sind Nachweise nötig (z. B. Meistertitel oder
      Medizinstudium).

    • Situation

    • Sie sind für Ihren Ausbildungsbetrieb am Messestand einer Berufsinformationsmesse eingesetzt. Dort unterhalten Sie sich mit Carla aus Venezuela, Sam aus den USA und Ihrem Arbeitskollegen Jonas darüber, wie der Staat im jeweiligen Land in die Wirtschaft eingreift (Unterhaltung, Fortsetzung der Unterhaltung).

      Nach diesem Gespräch bleiben zwei wichtige Fragen offen:

      o   Warum gibt es für die Wirtschaft in jedem Land andere „Spielregeln“?

      o   Was ist die Grundidee hinter den Regeln, die in Deutschland gelten?

      Sie beschäftigen sich deshalb mit den „Regeln“ Deutschlands und der beiden anderen Länder.


    • Aufträge

      1. Vervollständigen Sie die Übersicht.

    • Sollten Sie Unterstützung beim Vervollständigen der Übersicht benötigen, nutzen Sie die Hilfekarten.

    • Bitte laden Sie Ihre Ergebnisse in Ihren Ordner für Arbeitsergebnisse hoch.

    •   2. Sie möchten sich bei Jonas versichern, dass Sie die Soziale Marktwirtschaft richtig verstanden haben.

      Beschreiben Sie in einer Sprachnachricht an Jonas den Grundgedanken der Sozialen Marktwirtschaft und die vier Ordnungsmerkmale.

    • Zusatzauftrag für Schnelle:

      Die Soziale Marktwirtschaft wird oft als Erfolgsmodell bezeichnet. Angesichts
      aktueller Herausforderungen (wie z. B. Klimawandel oder Fachkräftemangel) fordern einige mehr staatliche Vorgaben, während andere mehr Freiheit für Unternehmen fordern.

      Diskutieren Sie, ob unsere Wirtschaftsordnung flexibel (anpassungsfähig) genug ist, um
      Herausforderungen zu bewältigen. Wägen Sie die Vorteile staatlicher Lenkung gegenüber
      privater Eigeninitiative ab.

    • Vertiefung

      1. Öffnen Sie die H5P-Übung und sortieren Sie die Begriffe.

      2. Setzen Sie sich im 2er-Team zusammen:
        • Erklären Sie sich die Begriffe gegenseitig.

        • Schlagen Sie unklare Begriffe in Ihren Unterlagen nach oder lassen Sie sich die Begriffe von einem anderen Team erklären.

    • Wortliste

    • Wortliste LS11
      Moodi mit Zettel

      Wort

      Erklärung

      (das) Ordnungsmerkmal

      Kennzeichen, an dem man eine bestimmte Wirtschaftsordnung erkennen kann.

      enteignen
      (die Enteignung)

      Enteignung bedeutet, dass der Staat einer Person ihr Eigentum entzieht. Er tut das, um das Eigentum (z. B. ein Grundstück) für ein wichtiges öffentliches Vorhaben (z. B. den Bau eines Krankenhauses) zu nutzen. Das darf er nur, wenn ein dringendes öffentliches Interesse besteht.

      Der Eigentümer muss sein Grundstück abgeben und erhält dafür eine faire Entschädigung (Geld oder anderes Grundstück).

      (die) Wettbewerbsbehörde

      Die Wettbewerbsbehörde (in Deutschland das Bundeskartellamt) übernimmt die Rolle eines Schiedsrichters in der Wirtschaft. Sie achtet darauf, dass Unternehmen fair miteinander konkurrieren.

      (die) Wettbewerber

      Wettbewerber sind andere Unternehmen, die ähnliche Produkte oder Dienstleistungen anbieten und um dieselben Kunden konkurrieren.

      (der) Markt

      Der Markt ist der Ort, an dem Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen. Hier tauschen Verkäufer ihre Waren oder Dienstleistungen gegen Geld von den Käufern.

      (der) Anbieter

      Ein Anbieter ist eine Person oder ein Unternehmen, das Waren oder Dienstleistungen auf dem Markt zur Verfügung stellt (z. B. ein Supermarkt, ein Friseur). Ziel ist es, diese an Kunden zu verkaufen.

      (der) Meistertitel

      Ein Meisterbrief ist ein Qualitätsnachweis. In vielen Handwerken ist er die Voraussetzung, um sich selbstständig zu machen und ausbilden zu dürfen (Meisterpflicht). Er sichert damit die hohe Qualität der Arbeit in Deutschland.

    • Icon Glossar

      Ergänzen Sie das Glossar mit Worten, die Ihnen unbekannt sind. 

    • Reflexion




    • Übungen

    • Übung 1
    • Situation

      Jonas formuliert im Gespräch mit Carla und Sam verschiedene Beispiele, die für Deutschland gelten.

    • Ordnen Sie jeder Aussage das entsprechende Ordnungsmerkmal zu (Interaktive Übung: Ordnungsmerkmale).

    • Übung 2
    • Vervollständigen Sie die Tabelle.

    • Tipp: 

      Schauen Sie noch einmal in die Lernsituation.

    • Bitte laden Sie Ihre Ergebnisse in Ihren Ordner für Arbeitsergebnisse hoch.

    • Übung 3
    • Situation

      Im Anschluss an die Berufsinformationsmesse berichten Jonas und Sie Ihrer Ausbildungsleitung von Ihren Erfahrungen und dem Gespräch mit Carla und Sam. Daraus entsteht die Idee, einen Podcast-Beitrag für alle Auszubildenden unter dem Titel „Die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland – So viel Freiheit wie möglich, so viel staatliche Kontrolle wie nötig“ aufzunehmen.

    • Entwickeln Sie den Podcast.

    • Bitte laden Sie Ihre Ergebnisse in Ihren Ordner für Arbeitsergebnisse hoch.

    • Übung 4
    • Situation

      Eine Freundin ihrer Eltern führt ein kleines Familienunternehmen. Bei einer Essenseinladung äußert sie sich über ihre Ansichten als Unternehmerin.

    • 1.   Arbeiten Sie aus den Aussagen die Ordnungsmerkmale der Sozialen Marktwirtschaft heraus, indem Sie im Text markieren.

    • 2.   Nehmen Sie kritisch Stellung zu den einzelnen Aussagen der Unternehmerin.

    • Tipp: Stellen Sie sich folgende Fragen:

        • Welche Aussagen trifft die Unternehmerin?

        • Wo stimmen Sie den Aussagen zu?

        • Wo sind Sie anderer Meinung?

        • Welches Fazit ziehen Sie für sich?


    • Übung 5
    • 1.   Öffnen Sie die H5P-Übung und sortieren Sie die Begriffe.

      2.   Setzen Sie sich im 2er-Team zusammen:

        • Erklären Sie sich die Begriffe gegenseitig.

        • Schlagen Sie unklare Begriffe in Ihren Unterlagen nach oder lassen Sie sich die Begriffe von einem anderen Team erklären.