Vielleicht haben Sie schon etwas hergestellt und Sie haben versucht, diesen Gegenstand so genau wie möglich zu produzieren. Sie hatten vielleicht eine Zeichnung mit Maßangaben, die Sie versucht haben einzuhalten. Bei der Kontrolle haben Sie festgestellt, dass die Maßangaben der Zeichnung nicht genau gestimmt haben. Das ist immer so. Es gibt immer Fertigungsfehler, also Ungenauigkeiten. Weil das nicht zu ändern ist, muss ein Konstrukteur in der Zeichnung angeben, in welchem Fehlerbereich jedes Merkmal sein darf. Dieser zugelassene Fehlerbereich wird Toleranz genannt. Wir können also kein absolut genaues Werkstück herstellen, sondern ein Werkstück in einer bestimmten wiederholbaren Toleranz. Dabei ist natürlich klar, je kleiner die Toleranz ist, umso schwieriger und aufwendiger wird die Herstellung. Für unser Werkstück „Hebel“ sind die Anforderungen nicht so hoch. Deshalb reichen allgemeine Toleranzangaben für die Längenmaße.

Es ist festgelegt, dass alle eingetragenen Maße, die keine besondere Toleranzangabe haben, den Allgemeintoleranzen unterliegen. Diese sind in einer Tabelle festgehalten, sodass jeder das Größt- und Kleinstmaß selbst errechnen kann. So gibt es eine klare Festlegung und es braucht dazu keine zusätzliche Angabe auf der Zeichnung. Da es verschiedene Qualitätsansprüche an Werkstücke gibt, wurden die Allgemeintoleranzen in verschiedene Qualitätsklassen eingeteilt. Für den allgemeinen Maschinenbau gilt nach DIN EN ISO 2768 eine mittlere Qualität. Diese mittlere Qualität wird bei der Angabe für die Toleranzen im Schriftfeld der Zeichnung folgendermaßen angegeben: DIN EN ISO 2768-m. Die Toleranzangaben sind immer für einen Längenbereich festgelegt. Für Zeichnungsmaße über 6 mm bis einschließlich 30 mm haben alle Maße die Allgemeintoleranz von +/- 0,2 mm. Eine Toleranztabelle ist manchmal direkt auf der Zeichnung angegeben, oder im Tabellenbuch zu finden.

Zuletzt geändert: Montag, 31. Januar 2022, 11:14
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