Wie wichtig sind Treibhausgasemissionen durch Lebensmittel?

Die Herstellung und der Konsum von Lebensmitteln sind mit erheblichen Folgen für Umwelt und Klima verbunden. Dazu zählen zum Beispiel die Folgen der Landwirtschaft für die biologische Vielfalt und auf Böden und Gewässer. Ebenfalls dazu zählen schädliche Auswirkungen auf das Klima.
Lebensmittel führen zu Treibhausgasemissionen. Diese entstehen entlang des gesamten Weges von der Herstellung bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern – in der Landwirtschaft, bei Verarbeitung und Vertrieb, im Einzelhandel sowie in privaten Haushalten und in der Gastronomie.
Insgesamt hat der Konsum von Lebensmitteln einen bedeutenden Anteil an den Treibhausgasemissionen. In Deutschland verbraucht jede Person im Durchschnitt 500 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr (ohne Getränke).

Die Schätzungen zu den dadurch verursachten Treibhausgasemissionen schwanken etwas, liegen aber in einer ähnlichen Größenordnung. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass die Ernährung zu Treibhausgasemissionen führt, die 1,75 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr entsprechen. 
Bei einer Bevölkerung von rund 82,8 Millionen Menschen ergibt das für Deutschland insgesamt fast 145 Millionen Tonnen pro Jahr.

Zum Vergleich: Die Emissionen des Verkehrs lagen im Jahr 2017 bei knapp 171 Millionen Tonnen, die Emissionen in Deutschland insgesamt bei geschätzten 905 Millionen Tonnen.

Betrachtet man die durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland, haben die durch Ernährung verursachten Treibhausgasemissionen einen Anteil von 15 Prozent. Damit liegen sie gleichauf mit den Emissionen für Heizung. Lediglich die Bereiche Konsum (zum Beispiel Bekleidung, Haushaltsgeräte, Freizeitaktivitäten) sowie Verkehr haben mit 38 Prozent beziehungsweise 18 Prozent höhere Anteile.

Woher stammten die Treibhausgasemissionen?
Der Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln und Treibhausgas-Emissionen lässt sich anschaulich nachvollziehen, wenn man die Schritte von der Herstellung bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern betrachtet. Lebensmittel werden hergestellt, gelagert, verarbeitet, verpackt, ausgeliefert und zubereitet. Jeder dieser Schritte führt zu Treibhausgas-Emissionen.

Wie trägt die Landwirtschaft zu den Emissionen bei?
Den größten Anteil hat die Landwirtschaft. Hier werden Strom und Treibstoffe zum Beispiel für die Herstellung von Düngemitteln, für den Betrieb von Maschinen oder das Beheizen von Gewächshäusern benötigt.
In der Landwirtschaft werden neben Kohlenstoffdioxid (kurz Kohlendioxid, CO2) auch andere Treibhausgase emittiert, vor allem Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Methan ist auf einen Zeitraum von hundert Jahren bezogen 25-mal klimawirksamer als CO2und Lachgas sogar 298-mal.
Methan entsteht in der Tierhaltung. Es wird während des Verdauungsvorgangs von Wiederkäuern (Rinder und Schafe) produziert. Außerdem entsteht Methan bei der Lagerung von Mist und Gülle und wird spätestens bei der Ausbringung auf den Feldern freigesetzt. Die größten Mengen Methan entstehen bei der Haltung von Milchkühen.
Lachgas stammt überwiegend aus der landwirtschaftlichen Düngung, insbesondere aus mineralischen Stickstoffdüngern. Auch Stickoxide (NOX) werden dabei freigesetzt. Sie sind ebenfalls von Bedeutung, weil sie am Entstehen klimaschädlicher Gase beteiligt sind.

Welche Rolle spielen Transporte und Verarbeitung?
Darüber hinaus wird Energie aufgewendet für Transporte, Verarbeitung und Lagerung; in den Haushalten und in der Gastronomie schließlich wird Energie für Kühlung und Zubereitung benötigt.
Der Anteil der Treibhausgasemissionen durch den Transport kann sich extrem unterscheiden. Dabei spielen die Entfernung und das Transportmittel entscheidende Rollen.  Transporte innerhalb von Deutschland finden in der Regel mit dem LKW statt und fallen im Vergleich mit anderen Schritten auf dem Weg zum Verbrauch wenig ins Gewicht. Extrem hohe Emissionen fallen bei Transporten mit dem Flugzeug an. Sie können pro Kilogramm Lebensmittel 170-mal so hoch sein wie bei einem Transport per Schiff.
Insgesamt etwa 45 Prozent der Treibhausgase entstehen bei der Erzeugung, einschließlich der Verarbeitung und der Transporte. Auch in den Haushalten und der Gastronomie fällt ein bedeutender Teil der Emissionen an. Schätzungen gehen von einem Viertel aus.


Zuletzt geändert: Montag, 29. November 2021, 12:23
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