Lebensmittel und ihre Klimabilanz
Foto: pixabay.com / domokus / Public Domain
Essen ist ein
Grundbedürfnis – und viele Menschen achten sehr bewusst auf die Auswahl
der Lebensmittel. Dabei spielen auch die Auswirkungen des Konsums auf
die Umwelt eine Rolle.
In der
Öffentlichkeit wird immer wieder darüber diskutiert, welche Rolle die
Rücksicht auf Umwelt- und Klimaschutzfragen für die eigenen
Ernährungsgewohnheiten spielen sollte. Während manche Menschen sich
bereits bemühen, so klimaneutral wie möglich zu leben, gibt es auf der
anderen Seite immer wieder Kritik. So werden zum Beispiel Initiativen
oder Appelle zur fleischarmen oder vegetarischen Ernährung als
Bevormundung empfunden.
Für eine gesunde
Ernährung wird empfohlen, Fleisch und Wurst in Maßen zu essen. Auch
andere fettreiche tierische Lebensmittel wie Butter, Käse und Sahne
sollten in nicht zu großen Mengen verzehrt werden. Doch im Durchschnitt
essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch und Wurst wie empfohlen.
Auch fettreiche Milchprodukte werden in großen Mengen verzehrt.
Das
ist nicht nur ungesund, sondern auch klimaschädlich: Denn insgesamt
verursachen tierische Lebensmittel wesentlich mehr schädliche
Treibhausgase als pflanzliche Lebensmittel. (siehe Diagramm)
Beim Anbau von
Gemüse und Getreide werden relativ wenig Treibhausgasemissionen
freigesetzt. Daher sind auch Teigwaren mit vergleichsweise geringen
Emissionen verbunden. Doch auch hier gibt es Unterschiede in der
Klimabilanz. So wirkt sich auch die Anbauweise auf die CO2-Emissionen
aus. Produkte aus ökologischem Anbau verursachen insgesamt weniger
Treibhausgasemissionen als Produkte aus konventionellem Anbau.
Sehr unterschiedliche Klimabilanzen können auch bei Alltagsprodukten vorkommen. So beträgt der CO2-Ausstoß
für Tomaten aus dem beheizten Gewächshaus ein Vielfaches von dem für
Tomaten, die im Freiland angebaut werden. In Deutschland reifen Tomaten
im Freiland nur von Mitte Juni bis Mitte Oktober. Außerhalb der Saison
werden Tomaten teilweise in beheizten Gewächshäusern angebaut. Viele
werden auch aus wärmeren Ländern importiert.
Was zählt zur Klimabilanz?
Lebensmittel
führen zu Treibhausgasemissionen. Um die Belastung
durch einzelne Produkte bewerten zu können, müssen alle Schritte von
der Herstellung bis zum Verbrauch betrachtet werden. Oft wird auch vom
Lebenszyklus der Produkte gesprochen; in der Wirtschaft von den Stufen
der Wertschöpfungskette.
Das Ergebnis wird häufig als CO2-Fußabdruck bezeichnet (englisch: Carbon Footprint) oder als Klimabilanz.
Je
nach Produkt können die Schritte von der Herstellung bis zum Verbrauch
sehr unterschiedlich ausfallen. Dementsprechend unterscheiden sich auch
die Treibhausgasemissionen, die dabei verursacht werden.
Da die
Produkte und ihr Lebenszyklus sehr vielfältig sind, müssen für die
Bewertung ihrer Klimabilanz viele Annahmen getroffen werden. Daher sind
die Ergebnisse entsprechender Studien teilweise unterschiedlich und nur
schwer vergleichbar.