LT 1 – Kalter Krieg – Zusammenfassung
Kalter Krieg – Grundlageninformation
Der Kalte Krieg war die Auseinandersetzung zwischen der Sowjetunion (auch Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken – UdSSR) und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).
Beide Staaten werden als „Supermächte“ bezeichnet, weil ihre jeweiligen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Möglichkeiten die anderer Staaten deutlich übertrafen. Sowohl die UdSSR als auch die USA scharten eine Reihe von verbündeten Staaten um sich. Im Falle der Sowjetunion waren dies vor allem die kommunistischen Länder Osteuropas (z. B. Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und die DDR). Mit den USA verbündet waren unter anderem die Länder Westeuropas, besonders natürlich die Bundesrepublik Deutschland (oft auch einfach Westdeutschland in Abgrenzung zur DDR) genannt.
Der Kalte Krieg fand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts statt, etwa ab 1947/48 und endete mit dem Ende der Sowjetunion 1991. Während dieser Zeit rangen die USA und die UdSSR miteinander um die Vormachtstellung und trugen ihre Rivalität auf vielen Gebieten aus.
Besonders bekannt ist die militärische Dimension, das sog. Wettrüsten, das dazu führte, dass beide Staaten und ihre Verbündeten große Streitkräfte unterhielten und ständig mit Angriffen des Gegners rechneten. Sowohl die USA als auch die UdSSR unterhielten darüber hinaus sehr große Arsenale von Atomwaffen – auf dem Höhepunkt waren es viele Zehntausend –, mit denen die menschliche Zivilisation bei einem Einsatz mehrfach hätte zerstört werden können.
Technologisch versuchte man sich ebenso zu übertreffen. Beim Wettrennen im Weltall verzeichnete die Sowjetunion die ersten Erfolge. Es gelang ihr, den ersten künstlichen Satelliten „Sputnik“ ins All zu bringen (1957). Ebenso war der erste Mensch im Weltall ein sowjetischer Kosmonaut (1961). Nach diesen Rückschlägen waren es dann aber die USA, die die ersten Menschen auf den Mond brachten (1969).Auch wenn der Kalte Krieg „kalt“ blieb – es also nicht zu einem direkten Krieg zwischen den beiden Supermächten kam – war er alles andere als unblutig. Eine Reihe von „Stellvertreterkriegen“, in denen die USA und die UdSSR jeweils unterschiedliche Parteien unterstützten, führte zu vielen Zerstörungen und forderte hohe Opferzahlen. Fast in jedem Erdteil kam es zu solchen Auseinandersetzungen, bei denen Amerikaner und Sowjets jeweils hinter verfeindeten Gruppierungen standen, unter anderem in Südamerika, Afrika und Asien. Zu den bekanntesten Stellvertreterkriegen zählen der Koreakrieg (1950–1953), der Vietnamkrieg (1955–1975) und der sowjetische Afghanistankrieg (1979–1989).
Auch wenn der Kalte Krieg als Auseinandersetzung der Supermächte mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 endete – seine Auswirkungen sind bis in die Gegenwart spürbar. Eine ganze Reihe von Konflikten wurde durch das Ende der UdSSR wieder akut, darunter diejenigen in Moldau (Transnistrien-Konflikt), Georgien, sowie zwischen Armenien und Aserbaidschan. Darüber hinaus wurde zwar die Teilung Deutschlands in einen kommunistischen und einen demokratischen Teil überwunden, nicht aber diejenige der koreanischen Halbinsel. Dort existiert mit dem kommunistischen Nordkorea eine neuerdings mit Atomwaffen ausgerüstete Diktatur, die das demokratische Südkorea regelmäßig bedroht.