LP_Aufgabe 2_Fachbuch – Disposition

Website: Moodle, virtuelles Arbeiten und eLearning - Herzlich willkommen!
Kurs: Einen nationalen LKW-Transport disponieren
Buch: LP_Aufgabe 2_Fachbuch – Disposition
Gedruckt von: Guest user
Datum: Mittwoch, 22. Juli 2026, 06:07
Fahrzeugarten im Güterkraftverkehr
Überblick über wichtige Fahrzeugarten und typische Einsatzbereiche
 

Die Auswahl eines geeigneten Fahrzeugs richtet sich nach Warenart, Transportmenge sowie rechtlichen Vorgaben (Maximalwerte nach StVZO).

Standardfahrzeuge im Stückgutverkehr

Fahrzeugart Abmessungen / Gewichte (typische Maximalwerte) Einsatz
Einzelfahrzeug
Motorfahrzeug ohne Anhänger
außen: 12,00 m / 2,55 m / 4,00 m
zGG: 18–25 t (2–3 Achsen)
Nutzlast: ca. 7–10 t
kleinere bis mittlere Stückgutmengen
Gliederzug
Motorfahrzeug mit Anhänger
gesamt: 18,75 m / 2,55 m / 4,00 m
Nutzlast: ca. 22–25 t
größere Stückgutmengen
Wechselbrücken-Anhängerzug
Transport von Wechselbrücken
WB außen: 7,45 m / 2,55 m / 4,00 m
gesamt: 18,75 m
zGG: 40 t (36 t bei 4 Achsen)
schneller Umschlag, kombinierter Verkehr
Sattelzug
Zugmaschine mit Sattelauflieger
innen: ca. 13,60 m / 2,44 m
zGG: 40 t (36 t bei 4 Achsen)
Nutzlast: ca. 22–27 t
hohe Nutzlast, große Ladefläche

Besondere Fahrzeugarten

Fahrzeugart Besonderheit Geeignet für
Tankfahrzeug Tankaufbau Flüssiggüter (z. B. Diesel, Benzin, Heizöl), Gase
Silofahrzeug Siloaufbau Staub- und Rieselgüter (z. B. Getreide, Mehl)
Isothermfahrzeug isolierter Aufbau gekühlte oder temperierte Güter
Kippfahrzeug kippbare Ladefläche Schüttgut (z. B. Kies, Erde, Sand)
Hinweis: Die Angaben stellen typische Maximalwerte nach StVZO dar. Abweichungen je nach Fahrzeugtyp sind möglich.
Lademittel – Grundlagen
Überblick über Arten, Materialien und häufig verwendete Paletten im Güterverkehr
 

Allgemeine Grundlagen

Grundsätzlich lässt sich zwischen Einweg- und Mehrwegpaletten unterscheiden. Einwegpaletten zeichnen sich durch eine einfachere Verarbeitung und eine geringere Stabilität aus. Wie der Name sagt, werden sie in der Regel nach einmaligem Gebrauch entsorgt.

Darüber hinaus gibt es Paletten, die von allen vier Seiten mit Hubwagen oder Stapler angehoben werden können. Diese werden als 4-Weg-Paletten bezeichnet. Paletten, die nur an zwei gegenüberliegenden Seiten unterfahrbar sind, heißen 2-Weg-Paletten.

Als Palettenmaterial kommen unter anderem folgende Varianten zum Einsatz:

  • Kunststoff
  • Kombination aus Holz und Kunststoff
  • Zellulose (stabile Kartonagen)
  • Pressspan

Die im Lkw-Transport häufig verwendeten Lademittel werden im Folgenden vorgestellt.

Euro-Flachpalette

In vielen europäischen Staaten hat sich ein sogenanntes Paletten-Tauschsystem etabliert. Dabei werden volle Paletten bei der Anlieferung direkt gegen leere Paletten getauscht. Dies spart Zeit und Kosten, da keine Entladung erforderlich ist und kein Pfandposten in der Rechnung erscheint.

Das Tauschsystem setzt stabile und langlebige Paletten in einheitlicher Bauweise voraus. In den 1960er-Jahren entwickelten mehrere europäische Staatsbahnen – darunter die Deutsche Bahn – eine Palette mit frachtraumgerechten Maßen: die Euro-Flachpalette.

Daten der Euro-Flachpalette:

  • Abmessungen: 1.200 × 800 × 144 mm
  • Gewicht: ca. 20 kg
  • Traglast: bis 1.500 kg

Die Euro-Flachpalette ist eine genormte Mehrwegpalette aus Holz. Sie ist als 4-Weg-Palette unterfahrbar und eignet sich besonders für Kartons, Säcke und vergleichbare Güter.

Industriepalette

Die Industriepalette ist im Verwendungszweck mit der Euro-Flachpalette vergleichbar, jedoch um 20 cm breiter. Häufig wird sie nach einmaligem Gebrauch entsorgt.

Daten der Industriepalette:

  • Abmessungen: 1.200 × 1.000 × 144 mm
  • Gewicht: ca. 31 kg
  • Traglast: bis 1.500 kg

Euro-Gitterboxpalette

Für kleine oder empfindliche Güter (z. B. Glas, Papierwaren oder Farben) eignet sich die Euro-Gitterboxpalette. Sie ist mit vier Seiten aus Baustahlgitter umrahmt. Drei Seiten sind fest, die Vorderseite verfügt über zwei schwenkbare Klappen.

Daten der Euro-Gitterboxpalette:

  • Abmessungen außen: 1.240 × 835 × 970 mm
  • Abmessungen innen: 1.200 × 800 × 800 mm
  • Gewicht: ca. 70 kg
  • Traglast: bis 1.500 kg

Euro-Gitterboxpaletten sind stapelbar. Zudem können Flachpaletten auf ihnen aufgesetzt werden.

Düsseldorfer Palette

Die Düsseldorfer Palette wird häufig als „halbe Europalette“ bezeichnet. Sie ist genormt, besitzt jedoch nur etwa die halbe Grundfläche der Euro-Flachpalette (Europalette Typ 6).

Daten der Düsseldorfer Palette:

  • Abmessungen: 800 × 600 × 160 mm
  • Gewicht: ca. 10,5 kg
  • Traglast: bis 1.000 kg
Hinweis: Die genannten Daten stellen typische Richtwerte dar. Abweichungen je nach Ausführung sind möglich.
Lademeter (LDM) und Ladeplanung
Berechnung der Ladefläche und Grundlagen der Palettenanordnung
 

Grundlagen der Lademeter-Berechnung

In der Praxis wird die Ladekapazität eines LKW häufig nicht in Paletten, sondern in einer eigenen Maßeinheit angegeben: den Lademetern (LDM).

Ein Lademeter entspricht dabei einem Meter Ladeflächenlänge über die gesamte nutzbare Fahrzeugbreite.

Anordnung von Europaletten im LKW

Europaletten können in einem LKW mit einer Innenbreite von ca. 2,55 m auf unterschiedliche Weise nebeneinander geladen werden:

  • Drei Paletten nebeneinander:
    Palettenmaß: 1,20 m × 0,80 m
    → 3 Paletten benötigen 1,20 m Ladeflächenlänge
  • Zwei Paletten nebeneinander:
    Palettenmaß: 0,80 m × 1,20 m
    → 2 Paletten benötigen 0,80 m Ladeflächenlänge

Lademeter einer Europalette

Der Lademeterwert einer Europalette ergibt sich aus der auf die einzelne Palette entfallenden Ladeflächenlänge.

  • Bei drei Paletten nebeneinander:
    1,20 m : 3 = 0,4 LDM pro Palette
  • Bei zwei Paletten nebeneinander:
    0,80 m : 2 = 0,4 LDM pro Palette

Unabhängig von der Anordnung beträgt der Lademeterwert einer Europalette somit 0,4 LDM.

Ermittlung der maximalen Palettenanzahl

Teilt man die nutzbare Ladeflächenlänge eines Fahrzeugs durch den Lademeterwert einer Palette, erhält man die maximale Anzahl an Paletten, die ungestapelt geladen werden können.

Auf Grundlage dieser Berechnung wird anschließend ein Ladeplan erstellt.

Grundsätze der Ladeplanung

Zur besseren Ausnutzung der Ladefläche können Paletten am Ende des LKW auch quer geladen werden. Dies ist möglich, wenn am Fahrzeugende noch ein Restladeraum von 0,80 m bis 1,19 m zur Verfügung steht.

  • Ergibt die Berechnung eine gerade Palettenanzahl, können häufig zwei Paletten nebeneinander geladen werden.
  • Ergibt die Berechnung eine ungerade Palettenanzahl, können häufig drei Paletten nebeneinander geladen werden. Am Ende können gegebenenfalls zwei Paletten quer gestellt werden.
Hinweis: Die tatsächliche Anordnung hängt von Fahrzeugtyp, Ladung und betrieblichen Vorgaben ab.