Buch zum Kurs

3. Präoperative Maßnahmen

3.6. Körperliche Vorbereitung

 
  •          präoperative Nüchternheit: Eine Nahrungskarenz von mindestens 4 bis 6 Stunden vor der Operation ist notwendig, um das Risiko einer Aspiration während der Narkose zu verringern. Ab wann ein Patient nüchtern sein muss, entscheidet in der Regel der Anästhesist oder es ist in einem hausinternen Standard festgelegt. Dies bedeutet, dass der Patient im festgelegten Zeitraum keine feste Nahrung und in der Regel auch keine Flüssigkeiten konsumieren sollte. Ab 2 Stunden vor der OP ist auf Kaugummikauen und Rauchen absolut zu verzichten. Es kann auch nötig sein, die Nahrungsaufnahme schon 1 bis 2 Tage vor der Operation umzustellen, vor allem wenn es sich um abdominelle Eingriffe handelt.

     Besondere Regelungen zur präoperativen Nüchternheit gelten für Kinder und Patienten mit kognitiven Einschränkungen, da deren Bedürfnisse und Reaktionen auf Nüchternheit unterschiedlich sein können.

  •          Körperreinigung und Haarentfernung: Vor der Operation sollte der Patient entweder eine Dusche nehmen oder im Bett gereinigt werden, um die Anzahl der Hautkeime zu verringern und damit zur Infektionsprophylaxe beizutragen. Bei der Körperpflege wir auf gründliche Reinigung des Bauchnabels und Hautfalten geachtet. Die Haut darf nach der Reinigung nicht eingecremt werden und eventuell vorhandener Nagellack, Piercings, Schmuck, aber auch die Zahnprothese sollen entfernt werden. Hörgeräte und Sehhilfen können noch bis zum Transport in den OP am Körper belassen werden.

Zusätzlich ist es wichtig, dass Körperhaare im Bereich des Operationsgebiets z. B. mit einem Haarschneider gekürzt oder durch die Anwendung von Enthaarungscremes entfernt werden. Soll das OP-Gebiet rasiert werden, erfolgt dies unmittelbar vor dem Eingriff. Rasiert werden dann das geplante Operationsgebiet plus ein Umkreis von 15 bis 30 cm um das OP-Gebiet herum. 

  •          Darmvorbereitung: Um einer intraoperativen Darmentleerung oder einer postoperativen Darmatonie vorzubeugen, werden bestimmte abführende Maßnahmen empfohlen. Bei Darmoperationen sind Abführmaßnahmen außerdem notwendig, um einer Infektion entgegenzuwirken. Die Maßnahmen reichen von der Verabreichung eines Suppositoriums oder eines Mikroklists bei Operationen außerhalb des Intestinaltrakts über das zusätzliche Verabreichen eines oralen Laxans bis hin zu einer orthograden Darmpassage bei Angriffen am Dickdarm oder bei Anlage eines Stomas.