Buch zum Kurs
3. Präoperative Maßnahmen
3.8. Das pflegerische Informationsgespräch
Das pflegerische Informationsgespräch
Ein pflegerisches Informationsgespräch führen zu können ist ein Kennzeichen professioneller Pflege.
Im Sinne der Gesundheitsförderung und Prävention ist es eine wichtige pflegerische Aufgabe, die zu pflegenden Menschen verständlich und respektvoll über pflegerische Maßnahmen, gesundheitliche Themen oder organisatorische Abläufe zu informieren.
Damit ein Gespräch erfolgreich und professionell verläuft, wird es in drei Phasen gegliedert: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung.
1. Vorbereitung
Die Vorbereitung ist die Grundlage für ein gelungenes Gespräch. Sie beginnt mit der persönlichen Vorbereitung der Pflegeperson. Dabei ist es wichtig, sich der eigenen beruflichen Rolle bewusst zu sein, auffälligen Schmuck abzulegen und sich emotional auf das Gespräch einzustellen. Die Pflegekraft sollte sich fragen, welche Gefühle sie selbst in Bezug auf das Thema hat, wie diese das Gespräch beeinflussen könnten und welche Reaktionen beim Gegenüber entstehen könnten. Diese Selbstreflexion hilft dabei, professionell und empathisch zu agieren.
Darüber hinaus gehört eine gründliche inhaltliche Vorbereitung dazu. Die Pflegekraft sollte das Ziel des Gesprächs klar definieren, sich über die individuelle Situation der Gesprächspartnerin oder des Gesprächspartners informieren (z. B. über die Pflegedokumentation) und gegebenenfalls geeignetes Informationsmaterial bereitstellen. Eine gute inhaltliche Vorbereitung vermittelt Kompetenz und schafft Vertrauen.
Auch die organisatorische Vorbereitung spielt eine zentrale Rolle. Der Gesprächsort sollte ruhig, gut belüftet und störungsfrei sein. Ein passender Zeitpunkt ist ebenso wichtig wie die Gewährleistung des Datenschutzes. Vor dem Gespräch ist es ratsam, sich durch Händedesinfektion hygienisch vorzubereiten. Beim Betreten des Raums sollte auf eine freundliche und respektvolle Haltung geachtet werden – etwa durch Klopfen, ein Lächeln und eine achtsame Begrüßung.
2. Durchführung
In der Phase der Durchführung beginnt das Gespräch mit einer respektvollen Begrüßung und der Vorstellung der Pflegekraft. Durch einen kurzen persönlichen Einstieg – etwa durch eine Bezugnahme auf aktuelle Ereignisse – kann eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen werden. Danach sollte klar und verständlich erklärt werden, warum das Gespräch stattfindet, welches Ziel es hat, wie lange es dauern wird und was der Ablauf ist. Ebenso sollten die Gesprächspartner:innen wissen, dass sie jederzeit Fragen stellen dürfen. Diese Transparenz gibt Sicherheit und Orientierung.
Eine passende Sitzkonstellation – idealerweise auf Augenhöhe – fördert die aktive Beteiligung am Gespräch. Die Pflegekraft sollte zu Beginn das Vorwissen der Gesprächspartner:innen klären, ihre Erwartungen erfassen und erfragen, welche Informationen gewünscht werden. So kann sie gezielt und individuell informieren. Die Inhalte sollten einfach und verständlich vermittelt werden, möglichst unter Einsatz von unterstützendem Material. Fachbegriffe sind zu erklären, um Missverständnisse zu vermeiden. Wichtig ist außerdem, Informationen in kleinen Portionen zu geben und regelmäßig Pausen für Rückfragen einzubauen. Das verhindert Überforderung und stärkt die Interaktivität.
Während des gesamten Gesprächs ist auf geeignete Gesprächstechniken zu achten: Die Pflegeperson sollte aktiv zuhören, Blickkontakt halten, nonverbale Signale beachten und bei Unklarheiten gezielt nachfragen. Das schafft Nähe und zeigt Interesse. Gleichzeitig ist es wichtig, auch auf emotionale Reaktionen einzugehen. Gefühle sollten erkannt, benannt und einfühlsam angesprochen werden. Dabei ist es ratsam, eigene Meinungen nur dann zu äußern, wenn sie gefragt sind. Bei Kritik oder Vorwürfen ist eine ruhige und sachliche Haltung notwendig. So bleibt die Kommunikation respektvoll und konstruktiv.
3. Nachbereitung
Am Ende des Gesprächs folgt die Nachbereitung. Zunächst werden die besprochenen Inhalte zusammengefasst und das weitere Vorgehen gemeinsam festgelegt. Die Pflegekraft bedankt sich für das Gespräch, bietet gegebenenfalls weitere Hilfe an (z. B. durch das Bereitstellen einer Klingel oder eines Getränks), verabschiedet sich freundlich und verlässt den Raum mit Achtsamkeit.
Im Anschluss an das Gespräch ist die persönliche Reflexion wichtig. Die Pflegekraft sollte sich erneut die Hände desinfizieren, das Gespräch gedanklich durchgehen und dabei eigene Reaktionen und Einflussfaktoren kritisch hinterfragen. Das fördert die professionelle Weiterentwicklung und unterstützt die Selbstsorge. Schließlich gehört auch die organisatorische Nachbereitung dazu: Die Pflegekraft dokumentiert die Inhalte des Gesprächs unter Beachtung des Datenschutzes. Dies dient der Qualitätssicherung, der Zusammenarbeit im Team und der rechtlichen Absicherung.